HÖLDERLIN-NÜRTINGEN e.V.

In Hölderlins Welt eintauchen

Ortschaftsrat Hardt weist den Weg zum Ulrichstein und zu den Gedanken des Dichters. Nicht nur der Natur wegen zieht es Wanderer von nah und fern nach Hardt. Vor rund 210 Jahren wurde Friedrich Hölderlin nahe des Ulrichsteins zu seinem berühmten Gedicht vom `Winkel von Hahrdt´ inspiriert. Seit Mittwochabend haben Wanderer nun die Gelegenheit, am Ulrichstein innezuhalten und die Poesie Hölderlins zu genießen.

Von Anna-Madeleine Metzger

Neue Beschilderung für den Weg zum Ulrichstein gespendet. Nürtingen Hardt

NT-HARDT. Rechtzeitig zu Ostern installierte der Hardter Ortschaftsrat an der Felswand oberhalb des mittlerweile abgerutschten Ulrichsteins eine Tafel, auf der das Gedicht zu lesen ist. „Immer wieder fragen mich Wanderer nach dem Weg zum Ulrichstein“, erzählte Ortschaftsrat Erhard Baier bei der Enthüllung der Hölderlin-Gedenktafel. Kaum zehn Minuten Fußweg sind es zu Hölderlins Mußeplatz vom Albvereins-Fernwanderweg Main-Neckar-Rhein und dem Abschnitt des Jakobswegs, der durch Hardt führt. Trotzdem war der geschichtsträchtige Fels bislang recht schwer zu finden.

Mehrere Institutionen in Nürtingen, die sich um Möglichkeiten zur lebendigen Begegnung mit dem großen Literaten bemühen, waren mit dieser Situation nicht einverstanden, der Hardter Ortschaftsrat packte das Problem nun an: Geschmackvolle Stahltafeln, aus denen der Hinweis „Ulrichstein“ ausgefräst wurde und die sich zurückhaltend in die Natur einfügen, weisen von nun an dem Wanderer seinen Weg.

Auch Ingrid Dolde vom Nürtinger Hölderlinverein ist von den Hinweisschildern begeistert: „Sie sind unauffällig, ohne dass man sie übersieht, und harmonieren mit der Umgebung, ganz anders als die meisten Schilder auf Wanderwegen.“ Überhaupt ist sie mit dem Engagement der Hardter Ortschaftsräte sehr zufrieden: „Wir arbeiten schon lange an einem Hölderlin-Rundweg, ein Konzept dafür gibt es und es soll möglichst bald umgesetzt werden, aber der Ortschaftsrat hat nun den Stein ins Rollen gebracht.“ Ein erster Schritt zum Wanderweg auf den Spuren des Nürtinger Lieblingsdichters ist also getan.

Mit der neuen Gedenktafel (wobei sie weniger zum Gedenken anregt als zum Innehalten, zur Beschäftigung mit Hölderlins Dichtung am Ort ihres Entstehens) hat der Ortschaftsrat einen Ort geschaffen, der Hölderlins Geist versprüht. „Hier haben Interessierte Zeit, das Gedicht in Ruhe mehrmals zu lesen“, erklärte Baier. Denn leicht, so räumte er ein, seien Hölderlins Schriften nun mal nicht zu verstehen.

Auch am Stadtmuseum lässt sich Richtung zum Ulrichstein ablesen

Die Begegnung mit ihm als großem Genie des Schreibens sei trotz mancher Schwierigkeiten wichtig, da sind sich alle Beteiligten einig. Auch Angela Wagner-Gnan vom Nürtinger Stadtmuseum freute sich, den Museumsbesuchern nun einen neuen Punkt zum Entdecken Hölderlins mit auf den Weg geben zu können. „Viele der Besucher fragen mich nach dem Weg zum Ulrichstein“, berichtete sie. Eine der Eisentafeln des Ortschaftsrats findet jetzt Platz im Stadtmuseum und weist von dort aus die Richtung zum Ulrichstein.

Stolz enthüllen Vertreter des Hardter Ortschaftsrates und Gäste die neue Hölderlintafel. Von links: Dieter Mayer, Manfred Schäfer, Horst Reichert, Angela Wagner-Gnan vom Stadtmuseum, Ingrid Dolde vom Hölderlinverein, Erhard Baier und Ursula Schwarz.